So werden die Maße gerechnet
Die Steigung ist die Geschosshöhe geteilt durch die Anzahl der Steigungen. So werden alle Stufen gleich hoch: s = h ÷ n. Die Seite startet mit der Anzahl, die einer bequemen Steigung für das gewählte Regelwerk am nächsten kommt, nie über dem Höchstwert. Bei der DIN 18065 sind das 17 cm, in den meisten anderen europäischen Regelwerken 17,5 cm. Änderst du die Anzahl, rechnet alles andere mit.
Den Auftritt liefert die Schrittmaßregel 2s + a. Für die DIN 18065 rechnet die Seite mit dem üblichen Schrittmaß von 63 cm, die Grenzwerte liegen bei 59 bis 65 cm. Der Auftritt bleibt dabei zwischen Mindest- und Höchstwert des Regelwerks. Muss die Treppe in eine feste Lauflänge passen, trag deinen eigenen Auftritt ein.
Die Lauflänge ist der Auftritt mal die Anzahl der Auftritte. Bildet das obere Geschoss die letzte Stufe, gibt es einen Auftritt weniger als Steigungen. Die Wangenlänge ist die gerade Linie vom Fuß der ersten Steigung bis oben an die letzte, also das Maß, das die meisten meinen. Daneben steht die Länge über die Stufenkanten, von der ersten bis zur letzten Vorderkante.
Was die Regelprüfung ansieht
Ein Regelwerk besteht hier nur aus Zahlen: Grenzwert, Abschnitt, Ausgabe. Normtext wird nicht kopiert. Je nach Regelwerk prüft die Seite Steigung, Auftritt, Schrittmaß, Neigung, die Höhe eines Laufs und die Anzahl der Steigungen, dazu Laufbreite und Unterschneidung, wenn du sie angibst. Eine Treppe liegt bei jeder Regel „innerhalb der Grenzwerte“ oder eben nicht. Ob sie so gebaut werden darf, entscheidet dein Bauamt.
Die App prüft gegen die Grenzwerte der DIN 18065:2020. Diese Werte stammen aus Fachzusammenfassungen, nicht aus der Norm selbst, und sind in der App als Sekundärquelle gekennzeichnet. Für eine notwendige Treppe im Wohngebäude bis 2 Wohnungen sind das zum Beispiel 14 bis 20 cm Steigung, 23 bis 37 cm Auftritt, 59 bis 65 cm Schrittmaß, mindestens 80 cm Laufbreite und 200 cm Durchgangshöhe. Für sonstige Gebäude und nicht notwendige Treppen gelten andere Werte. Welche Treppe notwendig ist, regelt die Landesbauordnung.
In Österreich und der Schweiz startet die App ebenfalls mit der DIN 18065. Prüf, was dort gilt, wo du baust.
Treppe zur Terrasse
Miss die Höhe von der Oberkante des Terrassenbelags bis zum Boden oder Fundament, auf dem die Treppe aufsetzt. Gerechnet wird genauso wie bei einer Innentreppe. Ob die Grenzwerte der DIN 18065 für eine Außentreppe verbindlich sind, hängt von der Nutzung und der Landesbauordnung ab. Frag im Zweifel beim Bauamt nach.
Ein Beispiel durchgerechnet
Eine Kellertreppe, 2,73 m Geschosshöhe. Bei 17 cm als Ziel wären das 16,1 Steigungen, die Seite startet also mit 16 Steigungen à 17,1 cm (170,6 mm). Mit 63 cm Schrittmaß ergibt sich ein Auftritt von 28,9 cm (288,8 mm). 15 Auftritte machen 433,1 cm Lauflänge bei 30,6° Neigung, fast das klassische Steigungsverhältnis 17/29. Alle geprüften Regeln der DIN 18065 für Wohngebäude bis 2 Wohnungen, notwendige Treppe, liegen innerhalb der Grenzwerte.
Ist der Platz knapp, stell 15 Steigungen ein: 18,2 cm Steigung, 26,6 cm Auftritt, 372,4 cm Lauflänge und 34,4°. Gut 60 cm kürzer und steiler, aber immer noch innerhalb der Grenzwerte.
Quellen
- ICC, International Residential Code 2021, R311.7 Stairways
- Approved Document K (England), 2013 edition
- ISB Bayern, Bautechnik: Treppen (worked example, Lauflänge 383,6 cm)
- AWC, DCA 6 Prescriptive Residential Wood Deck Construction Guide
- NIST SP 811, Appendix B.9: inch, foot
Alle Ergebnisse sind Planungshilfen. Klär vor dem Bau mit dem zuständigen Bauamt, welche Vorschriften aktuell gelten.
Am 2. November 2026 mit den Quellen abgeglichen.